das Leben irgendwo zwischen Hippie, Hausfrau und sparkonto

Quick Pickles – Rote Beete und Zwiebeln süß-sauer

Quick Pickles – Rote Beete und Zwiebeln süß-sauer

Als ich noch klein war und die Tage nach der Schule bei meiner Oma verbrachte, gab es jeden Tag rote Beete. So kam es mir zumindest vor. Dort wurde damals für meinen Kindergeschmack vieles serviert was mir nicht schmeckte. Einige Abneigungen bestehen bis heute und andere haben sich gelegt oder sind sogar zu gern gesehenen oder besser gesagt, gegessenen kulinarischen Lieblingen geworden.

Tomato – Potato

Tomaten wurden zum Objekt meiner Freude als ich ca. 22 war und die frischen Zubereitungen der italienischen Küche erlernte, speziell von einem der Kochlehrer aus Italien.

Kartoffeln jeglicher Art und Weise fand ich als Kind bäh, so ganz undeutsch, hat mein Opa damals behauptet. Aber das aller Schlimmste was man mir vorsetzen konnte, waren Kartoffelpuffer und noch schlimmer: Mit Apfelmus! Das ist mir bis Heute ein Gräuel. Tut mir leid all Ihr Kartoffelpuffer mampfenden dort draußen, aber das kann ich mir immer noch nicht angewöhnen.

Beete bäh? Denn auf das Schälen kommt es an.

Ganz anders verhält es sich da mit der roten Beete. Bis vor nur wenigen Monaten hab ich die nicht mit einer Zange angefasst. Kochen, bzw. zubereiten musste ich sie in meiner bescheidenen Küchenlaufbahn des Öfteren, aber sobald ich die Wahl der Speisen beeinflussen konnte, gab es diese Gewurz nicht auf der Speisekarte. In meinen Erinnerungen schmeckte das Zeug nach Erde und Muff (wie schmeckt Muff fragst Du, probiere eine in der Schale gekochte rote Beete). Der Abscheu war so Groß, das ich mich bis in mein 42 Jahr nie wieder zum Verzehr überreden ließ. Was lernen wir daraus? Probiere bloß das Essen was Du Deinen Kindern vorsetzt! Du könntest Sie bis in die 40er mit sowas verschrecken.

Rumschiebereie im Kühlschrank kann zu Hühnerfutter führen

Vor einigen Monaten rief mich mein Stiefvater an und fragte, ob mein Mann gerne ein Glas rote Beete möge, denn er hätte viel zu viel gemacht und wüsste nun nicht wo hin mit den Gläsern. Warum nicht, denn von mir bekommt er keine gemacht. Das Glas stand wochenlang unangetastet in der hintersten Ecke unseres Kühlschrankes und jeder schob es von rechts nach links, und wieder zurück. Nach einer gewissen Zeit war mir das Spiel zu dumm und mich geärgert das ich nun meinen heiligen Platzt (der nie genug ist) im Eisschrank für dieses blöde Glas eingelegte Rüben aufgegeben hatte und kein Mensch sie wollte. Ich war bereit sie den Hühnern zu opfern.

Mein Mann schrie: Halt! als die ersten Scheiben in den Hühnereimer befördert wurden und das Ultimatum musste gestellt werden: „Heute wird das Zeug verspeist, sei es von Dir oder den Federviechern!“

Süße Beete, ob gelb oder rot

Zum Abendessen gab es also als Salat die roten Dinger aus dem unerwünschten Glas. Zu meiner Überraschung fand mein Mann die besagte Beete sehr gut (das ist mit den Rezepten meines Stiefvaters nicht oft der Fall, Sorry Opa!) und sogar beide Kinder waren gewillt zu probieren. Der Zweifel plagte mich spätestens als das Glas ¾ leer war und alle weiter fröhlich zugriffen. Hatte ich da vielleicht 40 Jahre lang  was verpasst? Alle Augenbrauen gingen hoch als ich vorsichtig ein Stück in den Mund schob. Ungesehen bis zu diesem Tage, verspeiste ich meine erste rote Beete (bis auf das eine „traumatische“Erlebnis meiner Kindheit). Ich glaubte meinen Geschmacksnerven kaum, das konnte man essen. Ein wenig zu süß vielleicht und nicht der Essig meines Geschmacks, aber definitiv essbar und nichts von Muff oder Erde.

Logisch habe ich mir dann gleich mein eigenes Rezept hierzu ausgedacht:

 

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Rote Beete & Zwiebeln süß - sauer eingelegt

Gericht Eingelegtes
Zubereitungszeit 20 Minuten
Portionen 2 Gläser
Autor Bettyboo

Zutaten

  • 3 Stück mitel große rote Beete
  • 4 Stück mittel große rote Zwieblen
  • brauner Zucker
  • Meersalz wenn möglich
  • Pfefferkörner, schwarz
  • ganze Piment Körner
  • ganzer Kümmel
  • Essig, Kombucha oder Natur Apfelessig

Anleitungen

  1. Die rote Beete nicht zu dünn schälen und in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. In kochendem Wasser ca. 8 Minuten kochen und dann abseihen.
  2. Die geschälten Zwiebeln nur knapp das Wurzelende entfernen das sie nicht auseinander fallen und vierteln oder achteln, je nachdem wie groß sie sind.
  3. Den Essig, Salz, Zucker, Kümmel, Pfefferkörner und Piment in einer Schüssel geben und gut umrühren bis sich Zucker und Salz vollständig aufgelöst haben.
  4. Nun schichtest Du die abgekühlte rote Beete und die Zwiebeln in das vorgesehene Einwegglas geben und mit der Essigmischung begießen, stelle sicher das alle Gewürze auch mit in Dein Einwegglas kommen.

    Glas gut verschließen und ab in den Kühlschrank. Schon nach 2 Tagen kannst Du probieren.

Dieses eingelegte Gemüse schmeckt allein, zum Butterbrot, in verschiedensten Salaten, z.B. dem Grillzwiebelsalat, oder aber anstelle von eingelegten Gurken auf einem Burger. Guten Appetit und viel Spaß beim nach machen!

 

 

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